Zentralwerkstatt
Baujahr: 1880
Das Gebäude, das zuletzt hauptsächlich als Ersatzteil- und Walzenlager genutzt wurde, wurde im Jahr 1880 vom Architekten Gustav Börstinghaus als Werkstattgebäude errichtet und später durch verschiedene An- und Umbauten erweitert. Es liegt im Norden des Werksgeländes und wird von markanten Industriebauten umrahmt: Auf der Nordostseite steht dem Werkstattkomplex der Kalandersaal gegenüber, auf der südöstlichen Traufseite wird er vom Sortiersaalgebäude flankiert.
Reparaturarbeiten an einem Elektromotor
Mitarbeiter in der Werkstatthalle
Luftaufnahme der Zentralwerkstatt
Innenansicht mit erhaltenen Schienen im Boden
Baugeschichte, Denkmalschutz und Zukunft als Quartierszentrum
Ursprünglich war es ein u-förmiger Kubus, der um einen Innenhof angeordnet war. Das Gebäude war zweigeteilt: Auf der Nordostseite gab es zwei parallel verlaufende, zweigeschossige Baukörper mit einem Satteldach, während der südwestliche Teil eine eingeschossige Werkhalle war, die mit einem Sheddach bedeckt war. Bis zum Jahr 1910 wurde der Innenhof bereits zur Hälfte überbaut, ein Jahr später war er vollständig überdacht.
Das nördliche, aus Ziegelmauerwerk errichtete Kopfgebäude von 1880 steht mitsamt der beiden darin erhaltenen Drehbänke unter Denkmalschutz. Der denkmalgeschützte Teil liegt gegenüber der alten Kalanderhalle und zeigt sich mit drei charakteristischen Giebelseiten, die als Ensemble die Kopffassade bilden. Der angebaute Hallenbereich, der zuletzt als Walzenlager genutzt wurde, ist aufgrund seiner stetigen Erweiterungen stark überformt und steht somit nicht unter Denkmalschutz. Diese Gebäudeteile werden jedoch im städtischen Denkmalpflegeplan als erhaltenswert eingestuft.
Die beiden Fassaden, die einst den Innenhof bildeten, zeigen immer noch die charakteristischen Zierelemente. Die Werkstatt wurde ursprünglich benötigt, da die Papiermaschinen, die inzwischen im Einsatz waren, nicht mehr einfache Papierschöpf-Bottiche waren, sondern hochkomplexe und damit reparaturanfällige Maschinen. In dieser Werkstatt waren nicht nur fast alle handwerklichen Berufe vertreten, sondern auch Spezialisten mit fundiertem Fachwissen und langjähriger Erfahrung im Werk.
Im Zuge der Umwandlung des Zanders-Areals in ein neues Stadtquartier soll die Alte Zentralwerkstatt eine besondere Rolle als Begegnungsort und „Keimzelle einer neuen Altstadt“ einnehmen. Das gut 140 Jahre alte Backsteingebäude soll als erstes Bauvorhaben des Areals gesichert, saniert und zu einem inklusiven, soziokulturellen Quartierszentrum umgebaut werden.
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