Holländersaal
Baujahr: 1880
Der Holländersaal bildet das dritte Gebäude der historischen Keimzelle der Papierfabrik Gohrsmühle im Norden des Werksgeländes. Das Gebäude wurde 1880 nach Plänen von Gustav Börstinghaus errichtet, realisiert durch Betriebsingenieur Emil Klingner, und besteht wie Maschinenhaus und Bleicherei aus reich verziertem Ziegelmauerwerk.
Innenraum mit großflächigen Sprossenfenstern und Krananlage
Holländersaal mit seiner weitgehend erhaltenen technischen Ausstattung
Gemauerte Holländer zur Aufbereitung des Faserstoffs
Treppenaufgang im Holländersaalgebäude
Namensgebung und Faseraufbereitung
Seinen Namen verdankt das Gebäude den darin aufgestellten Maschinen, den sogenannten „Holländern“: wannenförmige Tröge, die mit rotierenden Messerwalzen ausgestattet waren. In ihnen wurden die für die Papierherstellung benötigten Faserstoffe – etwa bereits zerfaserte Hadern aus der Bleicherei – weiter gemahlen und aufbereitet, bis sie die gewünschte Konsistenz für die Papierproduktion erreichten.
Erfunden wurde dieses Verfahren der Faseraufbereitung von holländischen Papiermachern, die um die Mitte des 17. Jahrhunderts die bis dahin üblichen Stampfwerke durch die neuartigen Holländer ersetzten. Die neue Technik brachte gegenüber den alten Stampfwerken einen deutlichen Fortschritt: Sie ermöglichte eine spürbar höhere Produktivität bei gleichzeitig geringerem Energieaufwand und setzte sich in der Folge in ganz Europa als Standardverfahren der Papierfaserherstellung durch.
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