Zanders-Areal
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  • Häufig gestellte Fragen

    Wir möchten Ihnen einen Überblick über die Planungen, den aktuellen Stand der Entwicklung und die nächsten Schritte des Projekts geben.
    Die Fragen und Antworten werden fortlaufend ergänzt und aktualisiert. Sollte Ihre Frage nicht beantwortet werden, können Sie sich gerne über das Kontaktformular an uns wenden.

    + − Warum beschäftigt sich die Stadt mit dem Zanders-Areal?

    Das Zanders-Areal ist aufgrund seiner zentralen Innenstadtlage und seiner Größe (36 ha) von erheblicher Bedeutung für die künftige Entwicklung der Stadt. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zum S- und Bus-Bahnhof und ist dadurch in Richtung Köln und Bergisches Land gut angebunden. Die Stadt will bei der Entwicklung dieser strategisch wichtigen Fläche die Kontrolle behalten, da sie eine einmalige Chance darstellt, sich zukunftsfähig zu positionieren.

    Die Stadt Bergisch Gladbach hat 2017 zunächst Randflächen von der Zanders GmbH gekauft, die nicht mehr für die Produktion benötigt wurden. Hierzu hat sie ihr Vorkaufsrecht ausgeübt. Mit dem Ankauf der Flächen sollte ein Beitrag für den Erhalt der Arbeitsplätze und die Sicherung des Produktionsstandortes an der Gohrsmühle geleistet werden.

    Im Jahr 2018 stellte die Firma einen Insolvenzantrag. Die Stadt erwarb daraufhin das verbleibende Grundstück – das sog. „Kernareal“ – und leistete mit der Zahlung des Kaufpreises einen weiteren Beitrag zur Standortsicherung des Unternehmens.

    Nach zwei Insolvenzen musste die Produktion jedoch zum 1. Mai 2021 eingestellt werden. Mit der Stilllegung stand die laufende Planung für das Gelände von einem Tag auf den anderen unter anderen Vorzeichen. Seitdem arbeitet das Team des Projekts Zanders-Areal an einer Zukunftsperspektive für das Gesamtgelände.

    Um möglichst schnell zu grundsätzlichen Leitlinien und Prämissen für die weitere Planung bzw. die städtebauliche Entwicklung des Areals zu kommen, hat die Projektgruppe im Frühjahr 2021 das niederländische Büro Karres en Brands mit der Erarbeitung einer Strukturplanung für das Gesamtgelände beauftragt, die den weitgehenden Erhalt der historischen und zum Teil denkmalgeschützten Bausubstanz vorsieht. Diese Strukturplanung wurde am 15. Juni 2022 im Ausschuss für die Konversion des Zanders-Areals und in der Folge am 21. Juni 2022 abschließend im Stadtrat einstimmig beschlossen.

    Ab 2025 wird auf dieser Grundlage eine die bisherigen Planungen konkretisierende Entwicklungsplanung erarbeitet.

    + − Was ist die REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand?

    Die Stadt hat sich bereits im Sommer 2018 – als Veränderungsprozesse auf dem Gelände wahrscheinlicher wurden – mit dem Projekt Zanders Innenstadt bei der REGIONALE 2025 „Bergisches RheinLand“ beworben. Ziel der Bewerbung war es, mithilfe von Fördermitteln eine nachhaltige Stadtentwicklung anzustoßen.

    Die „REGIONALEN“ sind ein Strukturprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie finden alle drei Jahre statt und haben das Ziel, Fördermittel für zukunftsweisende Projekte konzentriert in einer bestimmten Region zu bündeln. Die Stadt Bergisch Gladbach nahm bereits an der REGIONALE 2010 teil, die unter dem Leitthema „Brückenschläge“ stand. Mithilfe der Fördergelder konnten beispielsweise die Strunde in der Innenstadt offengelegt und der Buchmühlenpark angelegt werden.

    Die REGIONALE 2025 ist mit der Zielsetzung angetreten, die Entwicklungspotenziale des eher ländlichen Raums mit der stark urbanisierten Rheinschiene zu verknüpfen.

    Die schrittweise Qualifizierung von Projekten erfolgt anhand eines dreistufigen Systems, bei dem die Vorhaben je nach Fortschritt und Entwicklungsstadium einen C-, B- oder A-Status erhalten. Die Entscheidung über die Projekteinstufung liegt final beim Lenkungsausschuss der REGIONALE 2025, der zweimal jährlich tagt.

    Nachdem das Projekt Zanders-Areal infolge der erfolgreichen Bewerbung 2018 den C-Status erhalten hatte, erfolgte nach weiteren Qualifizierungsschritten Mitte 2021 die Bewerbung für den B-Status. Diesen verlieh der Lenkungsausschuss, überzeugt von den Fortschritten im Planungs- und Umsetzungsprozess, dem Projekt im Oktober 2021 einstimmig. Gewürdigt wurde auch das innovative Beteiligungsformat „Ideenwerkstatt“, das im Oktober 2020 durchgeführt wurde und dessen Ergebnisse als Grundlage der weiteren Planungen dienten.

    Mit dem Projektmodul „Impulsquartier“ wird als erster Baustein der nördliche Geländebereich, der unmittelbar an die Innenstadt grenzt, umgenutzt und teilweise für die Öffentlichkeit geöffnet. Das Modul hat am 24. Mai 2023 den A-Status des Lenkungsausschusses der REGIONALE 2025 erhalten.

    + − Welche Planungsschritte wurden bisher eingeleitet?

    Zunächst wurden viele Gutachten in Auftrag gegeben, um Erkenntnisse über das Gelände zu gewinnen und eine Grundlage für die Planungen zu schaffen. Außerdem fanden mehrere Werkstätten mit externen Fachexpertinnen und -experten statt. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt wurde dabei der Planungs- und Beteiligungsprozess strukturiert und vorbereitet. 

    Im Herbst 2020 fand die erste Öffentlichkeitsbeteiligung in Form der dreitägigen Ideenwerkstatt „auf Zanders“ statt. Die erarbeiteten Ergebnisse dienten als Grundlage für die im Mai 2021 beauftragte Strukturplanung, die im Mai 2022 fertiggestellt und veröffentlicht wurde. Ab 2025 wurde auf dieser Grundlage eine die bisherigen Planungen konkretisierende städtebauliche Entwicklungsplanung erarbeitet, die im Mai 2026 veröffentlicht wird.

    Mit der Strukturplanung wurde zunächst eine relativ abstrakte Planung für das Gesamtareal erarbeitet, die Strukturen legt und das Rückgrat für spätere Ausdifferenzierungen in einzelnen Teilräumen bildet. Ganz bewusst wurde dabei auf eine städtebauliche Masterplanung verzichtet, um nicht bereits zu einem frühen Zeitpunkt (zu) viele Festlegungen zu treffen und so einen Endzustand zu definieren. Vielmehr dient die Strukturplanung als eine rahmengebende Grundlage für alle weiteren auf ihr aufsetzenden Planungsschritte. 

    Des Weiteren werden Aussagen zu strukturgebenden Elementen wie der Anlegung zentraler Achsen, der Offenlegung der Strunde, der Anordnung von Grün- und Freiflächen und Aussagen zu einer wünschenswerten Nutzungsmischung getroffen. Im Strukturatlas sind darüber hinaus programmatische Empfehlungen für den anstehenden Transformationsprozess sowie für die schrittweise Entwicklung des Zanders-Areals mit seinem Umfeld enthalten.

    Die städtebauliche Entwicklungsplanung denkt die zentralen Zielsetzungen der Strukturplanung konsequent weiter. Sie dient als Grundlage für die laufende Erschließungsplanung, die anstehende Bauleitplanung sowie für das zukünftige Vermarktungskonzept für das Zanders-Gelände. Ziel war es, die Erkenntnisse aus der Strukturplanung und zahlreichen Beteiligungsprozessen zusammenzuführen und räumlich auf dem Gelände zu verorten. Zentrale Fragestellungen – etwa zum Erhalt von Bestandsgebäuden, zur Verteilung der Nutzungen oder zum Umgang mit Grund- und Regenwasser – wurden durch Fachgutachten vertieft und fortlaufend in die Planung integriert. Hinweise aus Beteiligungsformaten mit Fachämtern, Politik, Entwicklungsbeirat und Öffentlichkeit flossen ebenfalls ein.

    Programmatische Leitplanken – etwa der mögliche Erhalt der Bestandsbebauung, nachhaltige Energiekonzepte oder die Entwicklung gut vermarktbarer Baufelder – definieren gemeinsam mit einem räumlich verortenden Leitplankenplan den Handlungsrahmen sowie die Qualitätsstandards für die weitere Entwicklung. Zugleich bleibt ausreichend Flexibilität für heute noch nicht bekannte Bedarfe und Nutzungen erhalten.

    + − Wer begleitet den Planungsprozess?

    Die Federführung des Planungsprozesses liegt seit 2025 bei der Zanders-Entwicklungsgesellschaft - kurz ZEG -die eigens gegründet wurde, um die Entwicklung und Vermarktung voranzutreiben. Die Zanders-Entwicklungsgesellschaft mbH ist zu 100 % eine Tochtergesellschaft der Stadt Bergisch Gladbach. 

    Sie arbeitet eng mit der 2018 gegründeten Projektgruppe Zanders-Areal zusammen, die organisatorisch als Stabsstelle beim Bürgermeister angesiedelt ist. Das Team besteht u.a. aus Stadtplanerinnen und Stadtplanern und hat seine Büroräume direkt auf dem Zanders-Gelände.

    Unterstützt wird die Projektgruppe in den unterschiedlichen Projektphasen von verschiedenen externen Architektur- und Planungsbüros. So wurde etwa die Beteiligungsphase im Herbst 2020 gemeinsam mit dem Büro nonconform durchgeführt. Ab Mai 2021 erarbeitete das Büro Karres en Brands aus Hilversum gemeinsam mit der Projektgruppe die Strukturplanung, die im Juni 2022 fertiggestellt wurde (das Dokument kann hier heruntergeladen werden). Seit März 2025 erarbeitete das Projektteam zusammen mit dem Büro Albert Speer und Partner (AS+P) eine auf dieser Strukturplanung aufbauende Entwicklungsplanung, die im Mai 2026 veröffentlicht wird.

    + − Was sind die nächsten Planungsschritte?

    Zusammen mit dem Büro Albert Speer und Partner (AS+P) entsteht seit März 2025 eine städtebauliche Entwicklungsplanung. Diese baut auf der 2022 mit dem Büro Karres en Brands erstellten Strukturplanung auf. Mit der Entwicklungsplanung werden die Grundlagen für die Erschließung, die Bauleitplanung und die Vermarktung der Baufelder geschaffen. Planung und Umsetzung werden dabei parallel betrachtet und eng verzahnt. Die Entwicklungsplanung wird Anfang Mai 2026 fertig gestellt.

    + − Was ist ein Integriertes Handlungskonzept (InHK)?

    Ein Integriertes Handlungskonzept (InHK) ist ein auf mehrere Jahre angelegtes strategisches Planungs- und Steuerungsinstrument. Aufbauend auf einer umfassenden Bestandsanalyse dient es als Anleitung zur Umsetzung von Maßnahmen, die auf die Aufwertung eines Raumes abzielen. Integrierte Handlungskonzepte sind in Nordrhein-Westfalen seit 2008 verpflichtende Grundlage für die Akquirierung von öffentlichen Fördermitteln.

    Zu Beginn eines InHK-Prozesses steht immer eine fundierte Bestandsaufnahme. Diese beinhaltet die intensive Auseinandersetzung mit dem betreffenden Plangebiet im Hinblick auf viele verschiedene thematische Aspekte (z.B. die bauliche Situation, statistische Daten, Gutachten, Erschließungssituation etc.).

    Die zusammengetragenen Informationen werden daraufhin analysiert und bewertet. Auf dieser Grundlage wird dann ein Leitbild und eine Konzeption für den Raum entwickelt. Schließlich werden in einem letzten Schritt konkret umsetzbare Maßnahmen aus der Konzeption heraus abgeleitet.

    Die Erarbeitung eines InHKs erfordert ein hohes Maß an Kommunikation und Beteiligung, um die lokalen Akteurinnen und Akteure, die Bürgerschaft als auch die Politik zu erreichen. In unterschiedlichen Veranstaltungsformaten werden die Belange und Meinungen der von den Maßnahmen betroffenen Gruppen in Erfahrung gebracht und ausgetauscht.

    Ein wesentlicher Bestandteil eines InHKs ist ein sogenanntes Planungs- und Umsetzungskonzept inkl. einer Zeitplanung, das zielorientierte Lösungsansätze zur Erneuerung des jeweiligen Gebietes beschreibt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Kosten- und Finanzierungsübersicht, die darstellt, was die geplanten Maßnahmen voraussichtlich kosten werden und mit welchen Mitteln die Realisierung finanziert werden soll.

    Auf der Grundlage von Integrierten Handlungskonzepten können Kommunen eine aktive Rolle bei der Gestaltung ihrer Zukunft einnehmen. Durch das „Zusammendenken“ der verschiedensten Themen (integrierter Ansatz) wird eine zukunftsfähige und nachhaltige Stadtentwicklung ermöglicht. 

    + − Was ist ein Vorkaufsrecht?

    Ein Vorkaufsrecht ist die Möglichkeit für die Stadt, in einen zwischen Käufer und Verkäufer abgeschlossenen Kaufvertrag einzusteigen. Der Vertrag kommt nach Ausübung des Vorkaufsrechts stattdessen zwischen dem Verkäufer und der Stadt zustande. Da es sich um das Recht handelt, in einen bereits geschlossenen Vertrag einzutreten, wird der abgeschlossene Vertrag grundsätzlich in seiner ausgehandelten Form übernommen.

    + − Was umfasst eine Quartiersentwicklung?

    Unter Quartiersentwicklung versteht man die ganzheitliche Planung und Gestaltung eines neuen Stadtteils oder Stadtquartiers. Dabei werden verschiedene Aspekte zusammen gedacht, zum Beispiel Wohnen, Arbeiten, Verkehr, Grünflächen, soziale Infrastruktur und Energieversorgung.
    Ziel ist es, ein lebendiges und funktionierendes Quartier zu schaffen, in dem unterschiedliche Nutzungen miteinander kombiniert werden und gute Lebens- und Arbeitsbedingungen entstehen.

    + − Wozu benötigt man ein Freiraumkonzept?

    Ein Freiraumkonzept beschreibt, wie öffentliche Außenräume in einem Gebiet gestaltet werden sollen. Dazu gehören zum Beispiel Parks, Plätze, Grünzüge, Spiel- und Aufenthaltsflächen sowie Wege für Fußgänger und Radfahrer.
    Das Freiraumkonzept sorgt dafür, dass ausreichend attraktive und gut erreichbare Freiräume entstehen und diese miteinander verbunden sind.

    + − Was versteht man unter „Nutzungsmischung“?

    Nutzungsmischung bedeutet, dass in einem Stadtquartier verschiedene Funktionen kombiniert werden – zum Beispiel Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Freizeit, Bildung oder Kultur.
    Diese Mischung sorgt für ein lebendiges Quartier, kurze Wege und eine bessere Auslastung der Infrastruktur. Sie ist ein wichtiges Ziel bei der Entwicklung des Zanders-Areals.

    + − Was regelt die Bauleitplanung?

    Die Bauleitplanung ist ein gesetzlich geregeltes Verfahren der Stadtplanung. Sie legt fest, wie Flächen in einer Stadt künftig genutzt werden dürfen – zum Beispiel für Wohnen, Gewerbe, Grünflächen oder Verkehr.
    Für das Zanders-Areal bedeutet dies: In den kommenden Jahren werden Bebauungspläne und gegebenenfalls Änderungen des Flächennutzungsplans erarbeitet. Diese definieren Schritt für Schritt, welche Gebäude entstehen können, wie hoch sie sein dürfen, wo Straßen und Grünflächen vorgesehen sind und welche Nutzungen möglich sind. Die Bauleitplanung schafft damit die rechtliche Grundlage für die Entwicklung des neuen Stadtquartiers.

    + − Was macht der Entwicklungsbeirat?

    Der Entwicklungsbeirat ist ein unabhängiges Beratungsgremium aus Fachleuten der Stadtentwicklung. Darin arbeiten Expertinnen und Experten aus Bereichen wie Städtebau, Architektur, Freiraumplanung, Verwaltung und Wirtschaft zusammen.
    Der Beirat begleitet die Entwicklung des Zanders-Areals fachlich, diskutiert wichtige Planungsfragen und gibt Empfehlungen für die nächsten Schritte. Die Sitzungen finden regelmäßig statt und sollen dazu beitragen, dass das neue Quartier qualitativ hochwertig, nachhaltig und zukunftsfähig entwickelt wird.

    + − Was sind Retentionsflächen?

    Retentionsflächen sind Bereiche, in denen Regen- oder Hochwasser zeitweise gesammelt und zurückgehalten werden kann. Dadurch wird verhindert, dass Wasser bei Starkregen zu schnell in die Kanalisation oder in Gewässer gelangt und dort Überschwemmungen verursacht.
    In der Stadtentwicklung werden Retentionsflächen häufig als Grünflächen, Mulden oder Teiche gestaltet. Sie leisten damit gleichzeitig einen Beitrag zum Hochwasserschutz, zur Klimaanpassung und zur Aufenthaltsqualität im Quartier.

    + − Was ist das „Impulsquartier“?

    Die Entwicklung des Zanders-Areals erfolgt schrittweise.  Als erster Baustein wird im Rahmen des Projektmoduls „Impulsquartier“ der nördliche Bereich des Geländes, der unmittelbar an die Innenstadt angrenzt, neu genutzt und teilweise für die Öffentlichkeit geöffnet. Zentraler Bestandteil ist die Alte Zentralwerkstatt, die als soziokulturelles Quartierszentrum langfristig einen Ankerpunkt für das städtische Leben bilden soll.
    Zusätzlich umfasst das Modul Maßnahmen im Bereich des ehemaligen Gleisanlage. Dort entsteht mit dem Gleispark ein grüner Freiraum, der als verbindendes Element die Innenstadt mit dem Konversionsgelände verknüpft und an den bereits 2021 eröffneten Gohrsmühlenplatz anknüpft. Ergänzt wird das Angebot durch besondere, flexibel einsetzbare Stadtmöbel, die im Zuge weiterer Geländeöffnungen mobil genutzt werden können.
    Durch die Gestaltung einzelner Gebäude und Flächen sowie die Anbindung an das Stadtzentrum ist das „Impulsquartier“ ein erster Meilenstein auf dem Weg zum neuen Stadtviertel. Die Umsetzung des Moduls ermöglicht es den Verantwortlichen, wichtige Erfahrungen zu sammeln und die Grundlagen für die Entwicklung des Gesamtgeländes zu schaffen.

    + − Wer sind die zukünftigen Bewohner*innen auf Zanders?

    Ziel ist es, auf dem Zanders-Areal ein sozial durchmischtes und lebendiges Stadtquartier zu entwickeln, das sowohl für Bergisch Gladbach als auch für die Region eine besondere Strahlkraft entfaltet. Im Bereich Wohnen bedeutet das, ein vielfältiges Angebot an Wohnungen für 3.000 Bewohner*innen zu schaffen, das Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen anspricht: von jungen Menschen über Familien bis hin zu Senior*innen.

    + − Welche Arbeitsplätze sollen auf Zanders entstehen?

    Auch für das Thema Arbeiten wird ein zukunftsorientiertes Konzept verfolgt. Bis zu 3.000 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Angesprochen werden sollen insbesondere innovative und kreative Branchen wie die Kreativwirtschaft, Start-ups im Bereich Digitalisierung oder Künstlicher Intelligenz. Auf dem Zanders-Areal sollen vielfältige und abwechslungsreiche Arbeitsorte entstehen – von flexiblen Coworking-Flächen bis hin zu klassischen Büroeinheiten. Auch moderne Handwerkerhöfe oder Ateliers sind denkbar. Der inhaltliche Schwerpunkt wird insgesamt eher auf dem Büro- und Dienstleistungssektor liegen.

    + − Ist ein gastronomisches Angebot geplant?

    Gastronomie ist von zentraler Bedeutung für einen lebendigen Stadtteil, der sich zu einem attraktiven Treffpunkt entwickeln soll. Für den Gleispark ist zunächst eine Interimslösung in Containern oder einem ähnlichen mobilen Angebot vorgesehen. In der Alten Zentralwerkstatt ist ein festes Gastronomie-Angebot geplant, bevor dann mit der Besiedlung des Quartiers weitere Lokale hinzukommen. 

    + − Wird es Einzelhandel auf dem Gelände geben?

    Im Quartier soll sich kleinflächiger und inhabergeführter Einzelhandel ansiedeln. Vorgesehen ist ein ergänzendes Angebot zur Innenstadt, aber auch eine kleinflächige Nahversorgung.

    + − Wird es Nutzungen im Bereich Kunst und Kultur geben?

    Kunst und Kultur sind wichtige Impulsgeber für die Entwicklung von lebendigen Quartieren. Deshalb wird frühzeitig der Austausch mit Kunst- und Kulturschaffenden und engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Bergisch Gladbach gesucht, um Potenziale für Kooperationen und Nutzungen auszuloten.  Denkbar sind sowohl temporäre Nutzungen als auch langfristige Angebote. Ziel ist es, kulturelle Aktivitäten frühzeitig in die Entwicklung zu integrieren. Ein Beispiel dafür ist die 2025 eröffnete Atelieretage im Werkstattgebäude F260.

    + − Was versteht man unter Mobility Hubs?

    Mobility Hubs sind zentrale Mobilitätsstationen innerhalb eines Quartiers. Dort werden verschiedene Verkehrsmittel und Angebote gebündelt.
    Dazu können zum Beispiel Car-Sharing, Fahrrad-Sharing, E-Ladestationen, sichere Fahrradabstellanlagen oder Anbindungen an den öffentlichen Nahverkehr gehören. Ziel ist es, nachhaltige Mobilität zu erleichtern und den Bedarf an privaten Autos zu reduzieren. Für das Zanders-Areal können solche Mobilitätsknoten eine wichtige Rolle spielen, um ein modernes und klimafreundliches Verkehrskonzept umzusetzen.

    + − Was bedeutet „blau-grüne Infrastruktur“?

    Der Begriff beschreibt das Zusammenspiel von Wasserflächen („blau“) und Grünflächen („grün“) in der Stadt. Dazu gehören zum Beispiel Flüsse, Bäche, Teiche, Parks, Grünzüge, begrünte Dächer oder Regenwassersysteme.
    Diese Elemente helfen dabei, Regenwasser besser zu managen, Hitze in der Stadt zu reduzieren, Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen und gleichzeitig attraktive Freiräume für Menschen zu gestalten. Bei der Entwicklung des Zanders-Areals spielt die blau-grüne Infrastruktur eine wichtige Rolle für ein klimaresilientes und lebenswertes Stadtquartier.

    + − Inwiefern werden Aspekte der Nachhaltigkeit und Ökologie bei der Entwicklung berücksichtigt?

    Ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit besteht im Erhalt ausgewählter Bestandsgebäude. Dadurch bleibt die gebundene „graue Energie“ erhalten, was energetisch und ressourcenschonend wirkt. Für diese Gebäude werden ausgewogene und zeitgemäße Wärmestandards entwickelt. Für die Wärmeversorgung des Areals ist ein zentrales Wärmenetz vorgesehen. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft werden die Wiederverwendungspotenziale von Materialien geprüft. Zudem wird die derzeit verrohrte Strunde offengelegt und so wieder erlebbar. Außerdem werden Flächen entsiegelt und zu öffentlichen Freiräumen und Parks umfunktioniert. 

    + − Welche Rolle spielt das Thema Hochwasserschutz?

    Das Zanders-Areal liegt teilweise in einem festgesetzten Überschwemmungsgebiet. Hierzu wird derzeit intensiv an einer Lösung dieser Problematik gearbeitet. Die Planung und Vermarktung beginnt zunächst auf den nicht betroffenen Flächen, bis man eine Lösung gefunden hat. 

    + − Wann ist mit der Baureifmachung erster Flächen zu rechnen?

    Die bestehende Infrastruktur des Geländes ist für Ver- und Entsorgungsbedarfe einer Papierfabrik konzipiert und für die zukünftige Nutzung nicht geeignet. Daher müssen Wärme-, Strom- und Trinkwasserversorgung neu aufgebaut werden. Das gilt auch für ein leistungsstarkes Glasfasernetz sowie für die Abwasser- und Regenwasserentsorgung. 

    Die neue Infrastruktur soll parallel zur Quartiersentwicklung Schritt für Schritt wachsen. Derzeit werden erste Leitungstrassen identifiziert und Konzepte für eine etappenweise Umsetzung erarbeitet. Zudem wird das Wärmekonzept weiter konkretisiert. Erste Baufelder werden nicht vor 2029 erschlossen sein. 

    Parallel dazu können einzelne konkrete Nutzungen vorübergehend an bestehende Netze in der Umgebung angeschlossen werden, mit dem Ziel, sie später in das neue Ver- und Entsorgungsnetz auf Zanders zu integrieren.

    + − Werden Flächen verkauft?

    Ziel ist es, möglichst zeitnah Flächen für die bauliche Entwicklung des Areals anzubieten. Neben dem Verkauf von Flächen soll nach Möglichkeit auch eine Vergabe nach Erbbaurechts-Modellen erfolgen. Voraussetzung hierfür ist die entsprechende infrastrukturelle Erschließung der Flächen.

    + − Was ist im Bereich Bildung geplant?

    In Zusammenarbeit mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis wird das Projekt „Exzellenzbaustein“ umgesetzt: Vorgesehen ist in einem ersten Schritt der Umzug eines Teils der beiden Berufskollegstandorte aus dem Stadtteil Heidkamp auf das Zanders-Areal, wo ein neuer Bildungsstandort für etwa 1.000 Schülerinnen und Schüler entsteht. Außerdem geht aus der Planung der Bedarf einer neuen Grundschule hervor, die ebenfalls auf dem Areal realisiert werden soll. 

    + − Was versteht man unter „Zwischennutzung“?

    Zwischennutzung bedeutet, dass Gebäude oder Flächen vorübergehend genutzt werden, bevor eine endgültige Entwicklung umgesetzt wird.
    Auf dem Zanders-Areal können Zwischennutzungen zum Beispiel kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen, Workshops, Gastronomie oder kreative Arbeitsräume sein. Sie machen das Gelände bereits früh erlebbar und ermöglichen es, neue Ideen für die zukünftige Nutzung zu testen.

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